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Oktober 2018

Die „Neun Tage des Ekels“ sind erschienen, eine Novelle über die Hamburger Hungerrevolten nach dem ersten Weltkrieg. Zum vierten Mal Lesung im „Trastevere“, und beinahe wäre das kleine Lokal auseinandergebrochen: Wenn nicht in den letzten beiden Tagen 14 angemeldete Gäste wegen Erkältung abgesagt hätten wäre es zu voll gewesen. Aber so war es genau richtig. Bei der zweiten Lesung werde ich gleich besser aufpassen.

 

Entspannt am Stehpult von Michael Bellmann, das er mir zum xten Mal geliehen hat (das schwere Teil …)

trastevere

Monica und Costanzo Esposito, die Wirtsleute vom „Trastevere“, hat’s nicht gestört ­– wenn es nach ihnen ginge, kann es gar nicht voll genug sein …

 

 

 

März 2017

“Erich“ ist erschienen, wieder bei Acabus. In Leipzig gab es am Rande der Buchmesse gleich drei Lesungen (eine furchtbar, eine mittelprächtig, eine super). Die Resonanz auf das Buch ist zwiespältig, denn das Konzept ist gewöhnungsbedürftig. Im „Café Puschkin“ war offenbar ein Publikum versammelt, das voll auf der Wellenlänge war: Die Leute waren begeistert, es war so voll, dass ich kaum mehr raus kam aus dem Raum.

Acabus-Verleger Björn Bedey war gar nicht erst reingekommen, wie er auf seiner Facebok-Seite schildert …
Ich dachte die ganze Zeit: Gut, dass heutzutage nicht mehr geraucht wird, sonst wären sicherlich manche in Ohnmacht gefallen wg. Sauerstoffmangel ..

Dezember 2016

LEAH ist endlich mal wieder zu Ehren gekommen! Und zwar in einer sehr schönen Lesung („würdevoll“ – wie einer der Besucher sagte) in der „Galerie Postel“ an der Rutschbahn im Grindelviertel. Der Ort war in mehrfacher Hinsicht passend: Zum einen spielt die Handlung des Romans am Ende genau hier; zum anderen findet in der Galerie gerade eine Ausstellung mit Fotos von Amos Schliack (auf dem kleinen Foto links, mit Landesrabbiner Shlomo Bistritzky) über die Stolpersteine statt.


Für diejenigen, die nicht wissen, was das für Steine sind: Vor den Häusern, in denen früher jüdische Familien lebten, die in den 40er Jahren deportiert und ermordet wurden, sind Messing-Steine in den Bürgersteig gelassen, auf denen die Namen und Lebensdaten dieser NS-Opfer zu lesen sind.

Stolpersteine in Hamburg

Amos Schliack ist darüber hinaus der Initiator der Aktion „Grindel leuchtet“, bei der an jedem 9. November von den Anwohnern Kerzen zu den Steinen gestellt werden.
Die Lesung war natürlich das Gegenteil der letzten „Villa Ludmilla“-Lesung, die nur eine Straße weiter stattgefunden hatte, also nicht lustig, sondern dem Thema entsprechend bedrückend. Aber die Geschichte ist es wirklich wert, hin und wieder vorgetragen zu werden.

Leah - Eine Liebe in Hamburg   Lesung Karsten Flohr in Hamburg

 

 

Oktober 2016

Gut Ding will Weile haben, das wissen wir ja. Auf der Website „We love books“ erschien jetzt eine Rezension von Villa Ludmilla, der zufolge ich endlich als das erkannt werde, was ich bin: Ein Welt-Literat! Die Rezension lautet so:

Die Menschen, die in diesem Werk beschrieben werden, sind so skurril, so grotesk sympathisch, dass man sie von Anfang an ins Herz schließt. Von einem Schaffner, der schlafende Fahrgäste fotografiert, um festzustellen, wie sie das mit dem Einschlafen hinbekommen, bis zum blinden Hund, dessen bester Freund ein Maulwurf – man versteht sich unter Blinden – ist, ist alles dabei. Jede neue Figur wird auf herrlich reduzierte, gleichermaßen lustige und achtsame Art und Weise eingeführt und mit Respekt behandelt. Durch all diese Personen gelingt es dem Autor, Achtsamkeit zu lehren. Achtsamkeit vor den Dingen, die im Leben wirklich zählen. Vor dem Leben, dem Lieben und dem Empfinden anderer, die vielleicht nicht in den eigenen Lebens- und Erfahrungshorizont passen mögen und dennoch ein Recht auf eine offene Begegnung haben. Niemals wird ge- oder gar verurteilt, jedoch wird stets die Seltsamkeit des Beschriebenen auf eine immer neue Art und Weise zelebriert. 

Auf mich wirkt es, als hätte Karsten Flohr sich jede Szene in mehreren Varianten durchdacht, nur um sich dann für das abwegigste und seltsamste Setting zu entscheiden. Je weiter man im Lesen fortschreitet, desto abstrakter wird es. Allein die Symbolik mancher Gegenstände erinnerte mich stark an Bölls »Billard um halb zehn« und das darin vorkommende Symbol »Sakrament des Büffels«. Das Allermeiste in diesem Buch ist nicht buchstäblich zu verstehen, so weit bin ich mir sicher.

Auch die, nennen wir es mal so, esoterische Komponente, dass die erbaute Zeitmaschine aus meditierenden Vietnamesinnen mit, in Reihe geschalteten Staubsaugern besteht – ganz ehrlich (ich greife jetzt mal zur Umgangssprache): Da fliegt mir die Sicherung. Aber die ist mir auch Bei Kafka und Konsorten schon öfter mal hopps gegangen (Umgangssprachemodus wieder aus).

Den Begriff »Roman« finde ich im Nachhinein betrachtet nicht ausreichend. Bei »Villa Ludmilla« handelt es sich um Literatur. Bücher kann man produzieren. Romane schreiben. Literatur wird geschaffen. Karsten Flohr nun hat sich nach meinem Dafürhalten einen Platz in der Welt der Literatur verdient.

Gerne möchte ich meinen Lieblingsdialog teilen: »Was ist mit deinen Füßen?«, fragt sie. »Hast du Blasen?«Bruno blickt auf seine neuen Schuhe. »Meine Zeigezehen sind zu lang«, sagt er.

Ich hoffe, dass in naher Zukunft ein Germanistikstudent eine Abhandlung über dieses Werk verfasst, nur um zu sehen, ob wir in der Interpretation irgendwelche Schnittmengen erreichen.

Fazit: Karsten Flohr ist etwas gelungen, wovon wir Schriftsteller alle träumen: Er hat einen bleibenden Beitrag zur Welt der großen Literatur geliefert.

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September 2016

Der Herbst geht gut los: Habe gerade einen Vertrag unterschrieben mit Acabus für das neue Buch, das im März 2017 erscheinen und auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden soll. Es heißt Erich oder: Der Tag den Angela M. nie vergessen wird. Es ist der Roman mit der ungewöhnlichstes Form, die ich bisher benutzt habe (und auch gelesen habe), es hat nämlich keinen Haupt-Helden und auch keine Handlung im herkömmlichen Sinn. Der Leser erlebt stattdessen den Ablauf eines Tages anhand von zwölf ganz verschiedenen Personen mit, die nichts miteinander zu tun haben und sich auch nicht kennen und die jeweils ein Stück des Weges ihres jeweiligen Tagwerks begleitet werden und. Sie begegnen sich immer nur zufällig kurz (in der Schlange am Supermarkt, auf der Straße, im Park etc). „Nebenbei“ findet die eigentliche Handlung statt (genau genommen zwei Handlungen): In den Medien kriegen die Leute und damit auch die Leser mit, dass der Hund der Bundeskanzlern entführt worden ist, was zu einem turbulenten Schluss führt; außerdem kommt Bob Dylan für ein Konzert in die Stadt, bricht sich aber kurz vorher beim Fußballspielen ein Bein, was Komplikationen nach sich zieht.

Es gibt schon einen Lesungs-Termin in Leipzig am 23. März in der Kneipe „Wodkaria“. Der Verlag will noch mehr an Land ziehen.

April 2016

Zwei Lesungen im „Trastevere“ (Fotos), meinem Lieblingslokal im Grindelviertel, jeweils Donnerstag Abend. Es war knallvoll und ein R-i-e-s-e-n-s-p-a-s-s! Stimmung wie beim Karneval. Ist ja auch ein lustiges Buch, muss ich selber sagen. Das ist mir beim Vorlesen noch deutlicher geworden, als zuvor.

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März 2016 – #2

Zum zweiten Mal die Leipziger Buchmesse, diesmal mit „Villa Ludmilla“, das neue Buch, das ich am Stand des Acabus-Verlages mit einer Signierstunde vorstellen durfte (Foto mit Verleger Björn Bedey). Besonders toll fand ich, als sich einige der Besucher der „Manga-und-Comic-Convention“ dazugesellten (Foto) – herrlich diese Kids!

Im „naTo“, eine Leipziger Szene-Kneipe mit Kinosaal hintendran, hatten wir das Vergnügen, Laurie Penny (Foto) kennenzulernen, die britische Feministin, deren Fan ich bin. Nun stellte sie dort ihren ersten Kurzgeschichten-Band vor (heißt „Babys machen und andere Stories“), der absolut super ist. Ebenso super ist die Widmung, die sie mir reingeschrieben hat – verrate ich aber nicht. Begebenheit am Rande: Es war rappelvoll, es gab auch keine Stehplätze mehr, nur ganz vorn waren noch zwei reservierte Sitzplätze frei, weil VIP-Gäste nicht gekommen waren. Da sagte eine junge Frau zum Saalordner: „Lassen Sie doch die älteren Herrschaften nach vorn“. Damit meinte sie uns. Unter solchen Umständen bin ich gern eine ältere Herrschaft.

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März 2016 – #1

Ich kann es kaum glauben: In diesem Monat ist schon der vierte Roman erschienen – und keinem habe ich so entgegengefiebert (das habe ich aber bei jedem gedacht) und keinen mag ich lieber (das habe ich auch bei jedem gedacht).

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Der Acabus-Verlag hatte gegen Ende des Lektoratsarbeit die glorreiche Idee, die Hauptcharaktere bildlich zu erschaffen, weil sie – wie sie sagten – sie so lieben. Das hört man natürlich gern, denn ich habe auch jeden einzelnen ins Herz geschlossen. Hier sind sie alle zu sehen. Bei der Buchmesse nächste Woche in Leipzig wird das Buch vorgestellt (ich hab zwar keine Lesung dort, aber eine Signierstunde), und dann sollen die Leutchen als lebensgroße Pappkameraden denVerlags-Stand zieren. Mal sehen, ob das klappt.

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Bruno, unser Held
Bruno, ewiger Student und unerwartet Erbe der alten Villa, hat eine Mission: Er will sein Idol, den großen Philosophen und Ketzer Giordano Bruno, vor der Inquisition retten. Dafür bastelt er an einer Zeitmaschine, mit der er in das Jahr 1600 reisen will.

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Wuast, das Superhirn
Brunos bester Freund: Der geniale Computer-Schrauber, der wegen seiner wurst-artigen Haartolle Wuast genannt wird, ist immer im richtigen Moment zur Stelle, um größeres Ungemach abzuwenden und frisches Bier zu bringen. Und er hat die entscheidende Idee, wie man die Zeitmaschine in Gang kriegt.

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Kurt, der Hüter des Schlafes
Der gefeuerte Schlafwagen-Schaffner ist der erste Mitbewohner, den Bruno in seiner Villa aufnimmt. Kurt hat über Jahre heimlich Reisende im Schlaf fotografiert, um dem Geheimnis des Schlafs auf die Spur zu kommen. Denn er leidet an Schlaflosigkeit. Nun hängen die Fotografien als große Ausstellung in der Villa Ludmilla, und die Vorträge, die Kurt – stets in Schaffner-Montur – dazu hält, werden rasch Kult.

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Waltraut, die TV-Legende
Sie war früher Liebling des DDR-Fernsehens, wo sie den Wetterbericht verlas. Jetzt arbeitet sie als Animateurin in Ausflug-Bussen. Aber das Schicksal hat noch Großes mit ihr vor: In der Villa Ludmilla baut Bruno ihr ein neues Studio, wo sie nun jeden Abend im Live-Stream das Wetter vorhersagt und ein Internet-Star wird.

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Dr. Jonas, der Zeitmaschinen-Pionier
Der legendäre Zahnarzt, der in den 20er Jahren die erste funktionierende Zeitmaschine baute, galt als verschollen. Es existiert ein einziges Foto von ihm, von hinten mit Hut. Jetzt taucht er plötzlich quicklebendig in der Villa Ludmilla auf. Kann er helfen, Giordano Bruno vor dem Scheiterhaufen zu retten?

Oktober 2015 – #2

Gestern habe ich beim Acabus-Verlag in Hamburg den Vertrag für das nächste Buch unterschrieben: Villa Ludmilla heißt es. Es hat lange gedauert, bis Lianne Kolf einen Verlag dafür gefunden hat, den meisten war die Geschichte zu spinnert. Ist sie auch, und soll sie auch. Denn sie handelt von einer Gruppe etwas abgedrehter Leute (Soziologen würden sagen: Randständige), die zusammenziehen (in der Villa Ludmilla) und dort versuchen, ihr aus dem Fugen geratenes Leben wieder zu sortieren. Das Ganze ist aber kein Sozialdrama, sondern sehr lustig.

Im Mittelpunkt steht der ewige Student Bruno (der die alte Villa erbt und die anderen nach und nach bei sich einziehen lässt), dessen Obsession es ist, den großen Philosophen und Ketzer Giordano Bruno vor dem Scheiterhaufen zu retten, der im Jahr 1600 im Rom hingerichtet worden ist. Zu diesem Zweck werkelt Bruno an einer Zeitmaschine. Ich verrate jetzt natürlich nicht, ob sein Unternehmen gelingt, ab März kann das jeder selber lesen, wenn das Buch erschienen ist.

Oktober 2015 – #1

Am 8. Oktober wird das Hörbuch in den USA veröffentlicht. Ich hatte vor zwei Monaten Kontakt mit der Produktionsfirma „Audio Brilliance“ in Michigan, die Fragen zu bestimmten Aspekten des Vorlesens hatte und vor allem zur Aussprache der Namen in dem Buch, die ja überwiegend ur-europäisch sind. Das heißt, ich habe sie langsam vorgesprochen und sie haben das aufgenommen.

image_01Als Vorleser haben sie den Schauspieler Jeff Cummings verpflichtet, der in den USA
eine ganze Menge Romane gesprochen und mehrere  „AudioFile Awards“ gewonnen hat.
Mein Hauptwunsch an ihn war gewesen, lustige Passagen, von denen es ja viele gibt,
nicht betont lustig vorzulesen, sondern eher zurückgenommen. Das hat er toll gemacht.

image_02Das Cover-Design ist von dem kanadischen Designer David Drummond, wie das Buchcover auch. Hier sind noch zwei Alternativen, die in die Endauswahl seiner Entwürfe gekommen waren. Da wäre mir die Entscheidung sehr schwer gefallen. Wahrscheinlich hätte ich die rote Variante genommen.

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