Das geht ans Herz

Besprechungen in Zeitungen und Zeitschriften sind eine gute Sache, weil sie den Verkauf fördern können. Leider widerfährt das nur den wenigsten Büchern. Das macht aber nicht wirklich was, denn interessanter als professionelle Rezensionen finde ich das, was die Leser schreiben. Manchmal, wenn man merkt, dass eine Person das Buch genau so erlebt und verstanden hat, wie es gedacht war, kann das richtig ans Herz gehen.
Hier sind Online-Rezensionen aus diversen Internet-Bücher-Foren. Einige habe ich gekürzt, weil sie fast so lang waren, wie der Roman selbst. Die darunter stehenden Pseudonyme, Namen und Kürzel sollten nicht irritieren – das ist so üblich im Netz, habe ich gelernt.

Erich

„Wer bereits das Buch „Villa Ludmilla“ von Karsten Flohr mochte, dem wird auch „Erich“ gefallen! Wieder gibt es jede Menge skurrile Charaktere: Rudi hat die lustigsten Phobien (vor Leichen, vor Killerenten, vor gelben Punkten), Herr Klose versucht im Park den Tauben Essensmanieren beizubringen, der Supermarktazubi ist versessen auf Wurst und so weiter. Dieses Mal sind die Figuren jedoch auf unkonventionelle Art miteinander verbunden – die Geschichte wird immer mit einer Person aus der vorherigen Erzählung fortgesetzt. So erlebt man anhand von 12 Berichten einen ganzen Tag – eben den Tag, den Angela M. nie vergessen wird.Alle Erzählungen drehen sich dabei mal mehr, mal weniger um die Entführung von Erich, dem Hund der Bundeskanzlerin. Insgesamt sind es nette, liebenswerte Geschichten mit gewohnt ungewöhnlichen Personen, die sicherlich nicht jeden Geschmack treffen. Dafür muss man diese spezielle Art von Humor mögen. In „Villa Ludmilla“ gab es schon Szenen bzw. Figuren, mit denen ich leider nichts anfangen konnte. Leider war das erneut auch hier der Fall. Beispielsweise fiel das Kapitel in der Zeitungsredaktion aus dem Rahmen und war für mich etwas übertrieben. Trotzdem gefiel mir die Umsetzung anhand dieses filmischen/episodenhaften Erzählstils gut und das Cover ist besonders gelungen: Illustriert, leicht verspielt und wunderschön! Lustig wäre es übrigens gewesen, wenn eine Figur aus „Villa Ludmilla“ auch in „Erich“ vorgekommen wäre – von den Personen und dem Hintergrund hätte das super gepasst. Vielleicht dann im nächsten Buch!“

(Nana)

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„Das klingt ziemlich skurril und ist es auch! In dem Buch werden in jedem Kapitel Ereignisse aus dem Leben einer Person geschildert, die alle gemeinsam haben, dass sie an dem Tag passieren, an dem der Hund der Bundeskanzlerin entführt wird und Bob Dylan sich vor seinem Auftritt das Bein bricht. Zusätzlich sind die Geschichten verbunden, weil immer die folgende Geschichte von einer Person handelt, der in der vorherigen Geschichte eine Rolle spielt. So entsteht ein bunter Reigen der merkwürdigsten Geschichten, die alle auf das glückliche Ende der Entführungsgeschichte hinauslaufen, und auch das Bob Dylan Konzert wird auf seltsame Weise gerettet.

Sprachlich sind die eigenwilligen Geschichten  auf hohem Niveau. Mitunter muss man um die Ecke denken, um den Sinn zu verstehen, aber das ganze liest sich köstlich und mit viel Spaß, wenn man denn auf etwas schrägen Humor steht.“

(Lamberti)

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„So, so … Erich ­– wer das wohl ist? Ein kleiner Schatten wird vorausgeworfen, weil auf dem Buchumschlag ein Hund zu sehen ist, nur schemenhaft natürlich. Denn was Erich mit Angela M. (der da in Berlin) zu tun hat, entwickelt sich für den Leser vollkommen natürlich, das muss so sein, das musste so kommen, aber das Ganze ist nicht so einfach. Nein, gar nicht einfach, eher sehr verzwickt, und losgelöst kann man das sowieso nicht sehen.

Gute 160 Seiten lang gibt es Geschichten, normale und unglaubliche Geschichten, mitunter ganz unglaubliche Geschichten von mehr oder weniger ganz normalen Menschen. In 14 extrem kurzweiligen Kapiteln zeigt sich, wie Leben und Handeln von zig Personen ineinandergreifen, man kommt aus dem Staunen fast nicht mehr raus.

Rüdiger liebt Cervelatwurst mit Gesicht. Hubertus Kranich schafft es bei Tetris bis Level 8. Frau Dreier, die Mutter von Rüdiger, arbeitet in der Taxizentrale. Dort fährt Bella Blume, der heimliche Schwarm von Postbote Ahmed, Taxi. Bella fährt Bob Dylan zum Fußballplatz und muss dafür Rudi am Bordstein stehen lassen. Rudi wiederum ist Schauspieler und hat unter anderem Angst vor gelben Punkten und eine Dishalilio-Phobie. Und weil Rudi kein Taxi bekommt, verpasst er das Casting, aber der Pförtner tröstet ihn mit den nächsten Terminen. Der Pförtner hat einen Zweitjob in der Notaufnahme des Krankenhauses und dort wird – wen wundert das noch? – Bob Dylan mit einem doppelten Schienbeinbruch eingeliefert.

Wie der Bäcker, POM Merzerksi, Heinrich Brüning und Chefredakteur Eckardt in die ganze Chose verwickelt sind, ob das Bob Dylan-Konzert stattfindet und was eigentlich mit Erich und Angela M. (der da in Berlin) los ist, verrate ich Euch an dieser Stelle nicht, denn dieses ganz besondere Vergnügen müsst Ihr selbst erlesen!

Ich habe beim Lesen das Frühstück vergessen, alleine auf dem Sofa gesessen und gelacht, das ist mir schon lange nicht passiert. Ein überragend gutes, nur ein ganz klein bisschen schräges Buch, das mir außerordentliche Freude gebracht hat. Unbedingt empfehlenswert.“

(Beate Loddenkötter)

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„Hund Erich oder auch Erich H. tritt erst im letzten Kapitel in Erscheinung, dann allerdings mit aller Kraft. In den Vorhergehenden dient er als Leitmotiv und Klammer der einzelnen Episoden. Die Machart erinnert an Filme wie „Night on Earth“, sogar ein Taxi taucht auf. Die Geschichten, die längste zählt 17 Seiten, komponiert Karsten Flohr zu einem Reigen, in dem der aktuelle Protagonist den Staffelstab an den folgenden weiterreicht. Abwechslungsfroh findet sich der Leser auf diese Weise in immer neuen Settings.Im Supermarkt trifft er auf Lehrling Rüdiger, der Seniorin Blume die Einkäufe nach Hause trägt, wo diese dem Postboten Achmed begegnet, der für die Taxifahrerin Bella schwärmt. Diese und weitere Figuren erfahren nebenbei von der Entführung des Kanzlerinnen-Beagles. Eine Million Lösegeld fordern seine Entführer. Polizeiliche Ermittlungen bleiben in diesem Roman weitgehend außen vor, dafür bildet der Auftritt des singenden Nobelpreisträgers einen weiteren Anker im Zusammenhalt der Stories.

Zu Beginn scheint das Buch ein lockeres Lesefutter für alle, die unangestrengte Unterhaltung suchen, vielleicht sogar geeignet für Leser ab 12. Doch die folgenden Themen zeigen, dass Flohr seine Geschichten für erwachsene Leser schreibt. Da gibt es zweifelhafte Frauenbilder, feministischen Männerhass und Fortpflanzungsprobleme, aber auch hochamüsante Szenen wie die Redaktionskonferenz einer Tageszeitung. Dieser Schilderung, die mich laut auflachen ließ, merkt man die Erfahrung des Autors an. Karsten Flohr arbeitete lange als Redakteur beim Hamburger Abendblatt.

Erich H., soviel sei verraten, ist am Ende natürlich wieder da.“

(Atalante)

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„Unterschiedlichste Menschen sind in ihren Geschichten miteinander verbunden. Habe ein paar Seiten gebraucht, um mich „einzulesen“ und konnte dann aber auch nicht mehr aufhören. Originell, komisch, tragisch, liebevoll,… menschlich.“

(Sabine)

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„Sehr schräg.“

(Dörthe)

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„Was für ein ungewöhnlicher Buchtitel, dachte ich, als ich die Ankündigung des acabus Verlages zu „Erich. Oder: Der Tag, den Angela M. nie vergessen wird“ las. Mein Interesse war geweckt, vermutete ich hinter der Lektüre doch ein humorvolles Buch. Bekommen habe ich dann etwas ganz anderes.

Das Buch beginnt mit einer ziemlich schrägen Geschichte über den Azubi Rüdiger, der „wurstsüchtig“ ist und fürchtet, seine Chefin im Supermarkt könnte bemerkt haben, dass Rüdiger heimlich Wurst stibitzt. Bevor man weiter über die „Was-wollte-uns-der-Autor-damit-sagen-Frage“ nachdenken kann, ist man schon mitten in der zweiten Geschichte, die mich in eine melancholische Stimmung versetzte. Es geht um ein älteres Ehepaar, oder besser gesagt um das, was eben nicht mehr so gut geht. Dann kommt ein Postbote ins Spiel, Bob Dylan ist in die Stadt und trifft auf einen Straßenmusiker, ein Professor versucht den Tauben Essmanieren beizubringen usw… Überschattet werden alle Geschichten von der mysteriösen Entführung des Hundes der Bundeskanzlerin.

Das klingt alles ziemlich kurios und abwegig? Ist es aber gar nicht, wenn man die einzelnen Geschichten etwas genauer unter die Lupe nimmt. Sie sind nicht alltäglich, wirken vielleicht für einige Leser auch befremdlich, aber im Detail steckt viel Gesellschaftskritik, und die Botschaft, auch einmal einen Blick auf unsere Mitmenschen zu werfen. Das Buch liest sich nicht wie ein Roman, eher wie eine Sammlung von Kurzgeschichten. Am Ende jeder Geschichte wird der Akteur der nächsten in die Handlung eingebracht.

Der Schreibstil ist nicht ganz einfach zu lesen. Mitunter muss man etwas um die Ecke denken. Interessant fand ich die Inszenierung um den verschwundenen Hund der Angela M. Wer hat schon einmal darüber nachgedacht, dass die mächtigste Frau im Land im Herzen auch nur ein Mensch ist, mit Gefühlen und Eigenheiten, die sie bestimmt nur selten offenlegen kann. Vermutlich wäre sie traurig, wenn ihr Hund von einem Tag auf den anderen nicht mehr da wäre und vielleicht würde sie gern einmal mit uns frühstücken, so von Mensch zu Mensch und über banale Dinge des Lebens plaudern.

Wer gern einen Blick über den Tellerrand wirft und das Skurrile im Alltäglichen sucht, wird sich hier bestimmt gut unterhalten.“

(Patno)

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Ein humorvoll erzählter, schräg abstruser Roman voller kreativer Episoden. Auf ganz hohem Niveau. Nennen wir es »intelligent abstrus«. Erzählt werden Episoden aus dem Leben einzelner Menschen, wie sie ihren Alltag meistern und dabei ganz nebenbei die Leben anderer Menschen kreuzen und beeinflussen. Gekonnt werden diese kleinen Geschichten verwoben und zu einem großen Ganzen geknüpft, zum Teppich einer Absurdität: der Entführung des Beagles von Angela M., der Bundeskanzlerin. Dabei wird stets wertfrei und behutsam erzählt, die Individualität des Einzelnen wird gewahrt, ja, geradezu geehrt. Herr Flohr muss wohl ein sehr guter Beobachter sein. Ich stelle ihn mir im kreativen Prozess als intellektuellen, musikbegabten Künstler mit wallend weißem Haar vor, der im Supermarkt die Menschen nicht nur sieht, sondern erkennt. Er blickt hinter die Fassade, denkt über die Lebensführung des Einzelnen nach und entwirft ein gedankliches Alltagskonstrukt. Diese Erkenntnisse – wenn man sie so nennen mag – verbaut er dann zu einer Geschichte, die etwas aussagt, einem Statement zur Offenheit anderen Menschen gegenüber. Auf Seite 93 scheint er diese Haltung in der Gesinnung eines seiner Protagonisten zu spiegeln: »Geld spielt für den denkenden Menschen keine besondere Rolle, das Dasein zählt, die reine Präsenz des Individuums als Teil des großen Ganzen.« Auch der arbeitslose Heinrich Brüning transportiert auf Seite 118 dergestalt Gedankengänge: »Seltsam: Sowas Ähnliches haben sie auch zu mir gesagt, als sie mich im Supermarkt nicht mehr wollten: Ich hätte keine Bodenhaftung, hätte der Personalleiter gesagt. Ich wirke so, als schwebe ich über den Dingen. Wenn mich ein Kunde zum Beispiel nach dem Preis für Joghurt fragt, dann sage ich: Das ist doch egal, Hauptsache, er tut ihnen gut …«

Je länger ich nun darüber nachdenke, desto klarer wird, dass in jedem Protagonisten ein wenig Karsten Flohr steckt, so, wie in jedem Leser ein bisschen von den Protagonisten steckt. Vielleicht irre ich mich aber auch, und der Kollege kann schlichtweg gut erzählen und trifft dabei meinen Humor zu 100 Prozent. Fände ich zwar schade, könnte aber sein.

Was bleibt unterm Strich übrig? Ein humorvoll erzählter, schräg abstruser Roman voller kreativer Episoden, der mich durch und durch begeistert.“

(Deutsch-Pauker)

„Ich kannte Karsten Flohr bisher noch nicht. Leider. Mit „Villa Ludmilla – Was wirklich in Brunos Keller geschah und wie es die Welt veränderte“ bringt der Autor wirklich eine kleine Perle auf den Buchmarkt. Fein, klein, glanzvoll und voller liebevoller Details und schillernder Facetten. „Villa Ludmilla“ ist ein besonderer Roman, der manchmal gar düsteren und beklemmenden Noten, aber prägend durch seinen abgedrehten Humor, durch die sagenhafte Ironie, durch Situationskomik, durch skurrile Konstellationen, durch sonderbare Charaktere und unglaublichen Ereignissen. Ein Buch mit seinen humorvollen, aber auch sehr emotionalen Tönen, der nicht nur aufgrund der sonderbaren Geschichte und der kreativen Begebenheiten intensiv erscheint.Besonders der geschickte Aufbau des Romans, bei dem zwischen Vergangenheit und dem gegenwärtigem Zeitpunkt ein schmaler Grat bewältigt wird, überzeugt hier sehr. Durch Gedanken, Sinnbilder, Erzählungen und Gefühlslagen und der Weltanschauung von Bruno selbst, gibt uns der Autor Karsten Flohr geniale und unterhaltsame Einblicke in das Leben einzelner Charaktere, so nimmt dieses Buch im Kern Gestalt an und weckt beim Leser Momente des Sinnierens, Amüsierens und Nachdenkens.

In jedem der recht kurzen und knackigen Kapitel und in jeder Zeile spürt der Leser all die Erfahrungen, Recherchen und Inspirationen nach, die dieser Autor zu seinem erlebnisreichen Buch verwoben hat und ihn zu dieser Geschichte bewegt haben. Irgendwie wird hier wohl auch ein Stück des Lebens vom Autor zu Papier gebracht, und ein lebendiges Bild toller Momentaufnahmen, Facetten und Eindrücke entsteht. In wunderbar geformten Dialogen erleben wir lebendigen Charme, viel Wortwitz, Ironie und Parodie. Und in nahezu jeder Wendung steckt eine kleine Botschaft, eine besondere Lebensweisheit, die der Leser für sich mitnehmen darf. Dieser Schachzug des Autors Karsten Flohr erzeugt absolute Intensität, Nähe und Verbundenheit und Liebe zu dieser abgefahrenen und abgedrehten Geschichte, in der es sogar ein bisschen um die Liebe geht… Manchmal exzentrisch anmutend, manchmal todernst, manchmal einfach nur zum todlachen, dann wieder melancholisch traurig oder auch voller Hoffnung und Zuversicht.

Das Leben der skurrilen Wohngemeinschaft mit all seinen Entbehrungen und Traditionen sind von dem Autor mit norddeutscher Kühle und sprachlicher Sachlichkeit voller Verbundenheit und Herzblut niedergeschrieben und werden so zu einem Leseausflug für den mitgenommenen Leser. All diese Facetten der Schriftstellerei sind mit stimmigen Klischees, Karikaturen, Wortwitz und wunderbarem Humor versetzt, samt Anekdoten und kleiner Sinnmalerei fürs Kopfkino des Lesers. Meiner Meinung nach stellt dieser Roman ein sonderbares und visionäres und zugleich wachrüttelndes Portrait einer ewig suchenden Seele dar, unser Antiheld Bruno. So etwas Sonderbares und Herzliches habe ich selten zusammen unter einem Dach erlebt. Köstlich!“

(Floh)

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„Auf diesen knapp 200 Seiten lassen wir uns in den Kopf von Bruno entführen, der die Welt mit wirklich ganz eigenen Augen sieht. Diese Geschichte hat mir mal wieder die Augen und das Herz dafür geöffnet, auch bei Menschen, die uns ein wenig verschroben erscheinen oder als Versager, noch ein zweites Mal hinzuschauen und zu versuchen, hinter die Fassade zu blicken. Vielleicht steckt gerade hinter manch einfach erscheinendem Gemüt ein fantastischer, kreativer Geist. Die komplette Geschichte ruft uns einfach nur entgegen: „Open the box! Raus aus dem Schubladendenken“! Und das kann glaube ich keinem von uns schaden.

Bruno und seine Freunde sind als Protagonisten einfach wunderbar dargestellt. Menschen mit allen möglichen Psychosen, Neurosen und sonstigen Verhaltensstörungen werden uns als liebenswerte Menschen nähergebracht und wir lernen, dass die meisten Menschen mit diversen psychischen oder physischen Gebrechen sich das in der Regel nicht ausgesucht haben, und wir erfahren, welche Schicksale dahinter stecken – eine Chance, die wir solchen Mitmenschen in der Realität leider oft nicht geben.

Obwohl der Autor hier einen relativ ungewöhnlichen Schreibstil verwendet, ist das Buch überhaupt nicht schwer zu lesen. Ich persönlich gehe jetzt wieder mit etwas anderen Augen durch die Welt und kann nur jedem empfehlen, diese Geschichte mitzunehmen.“

(Sandra1978)

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„Unbedingt lesen, rate ich allen, die gerne lachen, Menschen, in deren Kopf beim Lesen Bilder entstehen, Menschen, die sich für Giordano Bruno interessieren, und ferner allen, die Sinn für absurden Humor haben.“

(Stefanie Theile)

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„Villa Ludmilla“ von Karsten Flohr lebt von den einzigartigen Personen, die alle ihre Besonderheiten mit in ihr neues Zuhause bringen. Die skurrilen, leicht merkwürdigen Personen sind aber auch die Krux am Buch, denn dadurch tritt die eigentliche Storyline in den Hintergrund. So war für mich der Bau der Zeitmaschine am uninteressantesten und es wurde mir etwas zu skurril, als in diesem Zusammenhang die Vietnamesinnen mit ihrem Prana angefangen haben.“

„Ich kann mir gut vorstellen, dass die Charaktere nicht für jeden etwas sind (vielleicht sogar vereinzelt nerven). Allerdings muss man auch erstmal auf die Idee zu solch einzigartigen Figuren kommen. Wer also ungewöhnliche und liebevoll entworfene Personen mag, verpackt in einer netten Geschichte und einem toll illustrierten Cover, für den ist „Villa Ludmilla“ genau das Richtige!“

(Sommerschwester)

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„Die Geschichten, die Karsten Flohr in diesem Werk gekonnt vereint, sind zum einen interessant, zum anderen spannend, aber vor allem regen sie zum Schmunzeln an. Ich hatte sehr viel Spaß mit den Charakteren, und auch wenn die Geschichten an sich vielleicht nicht groß zusammenhängen, spiegeln sie insgesamt eine sympathische WG wieder, die zugleich dem Leser ein paar Lebensweisheiten mit auf den Weg gibt.“

(llarryl)

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„Ach, gäbe es doch mehr Villa Ludmillas, die Welt wäre nicht nur bunter, sondern auch friedlicher. Bruno ist geradezu der Ideal-Vermieter für alle Menschen, die ihren Spleen in Frieden leben wollen. Ein Sieg der Phantasie!“

(Monika&Kurt2005)

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„Jeder der Mitbewohner darf in der Villa Ludmilla nach seiner Art leben. Sie alle haben ungewöhnliche Lebensgeschichten und passen so gar nicht in die Norm unserer Gesellschaft. Doch in der Villa finden sie ein neues Zuhause, Freunde und ein wohlwollendes Publikum.

Die schräge Gesellschaft ergänzt sich wunderbar. Sie alle würden in „freier Wildbahn“ mindestens belächelt, wenn nicht bedroht. Ob nun von der Polizei, von Nazis oder Ex-Arbeitgebern, spielt keine Rolle. In der Villa sind sie sicher.

Karsten Flohr beweist bei den einzelnen Figuren viel Fantasie. Aber auch eine Liebe fürs Detail und ein gutes Gespür für die Wirkung des äußeren Scheins. Wer würde einem Mann mit Spiegel am Besenstiel schon glauben, dass er die Welt nur aus dieser Perspektive begreift? Und eben nicht den Frauen unter den Rock schauen will.

Die einzelnen Kapitel sind kurz. Man kann sie bequem zwischen 2-3 Stationen mit der Bahn lesen und taucht dabei trotzdem völlig ein in die Geschichte. Aufgrund der Vielfalt der Personen kann man hier aber auch schon mal die Orientierung verlieren. Aber das auch nicht für lange.

Mein Fazit: Die Villa Ludmilla ist ein Rückzugsort für die, die nicht in unsere Gesellschaft passen. Ob blinder Straßenköter, abgesetzte Wetterfee oder einfach „schräger Vogel“ spielt dabei keine Rolle. Die Gemeinschaft wächst einem beim Lesen ans Herz. Und ganz nebenbei bekommt man die eigenen Vorurteile unter die Nase gerieben. Wenn auch auf höchst unterhaltsame Weise.“

(Tina)

„Das Buch ist in jedem Fall anders als erwartet: Ich war auf einen klassischen historischen Roman aus und wurde echt überrascht, denn ich würde den Roman eher als historische Fantasy oder Münchhausen-Geschichte einordnen. Die Geschichte der Protagonisten wird durch Rückblenden gut erzählt, ist mir aber an einigen Stellen zu fantastisch und überzeichnet. Davon abgesehen ist es ein schönes Buch und erhält von mir 4 Sterne und einen Leseempfehlung für alle Fans von Münchausen und der Auswanderersaga von Iny Lorenz. Habe mich köstlich amüsiert!“

(hasirasi2)

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„Sehr interessant zu lesen und voller Humor geschrieben! Nicht nur Skrik, auch einige der Besatzungsmitglieder und eine ganze Reihe Passagiere sind herrlich skurril gezeichnet und ihre Geschichten nicht immer ganz ernst zu nehmen, schließlich ist Skrik im weiteren Sinne Seemann und erzählt ein Seemannsgarn. Sei es der Steuermann, der ein ganz besonderes Verhältnis zu einem Walweibchen hat, die Ringerin, die selbst den stärksten Stier besiegt oder gar Skriks eigene Vergangenheit ­­­– die zum Teil unglaublichen Geschichten lassen sich flott lesen und amüsieren köstlich.Ein sehr empfehlenswerter Roman für alle, die skurrile Charaktere und amüsante, nicht unbedingt ernst zu nehmende, Geschichten mögen.“

(PMelittaM)

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„Locker leichte Erzählung über kleine und große Ereignisse auf der letzten Fahrt der Liberty, eines Segelschiffes, das europäische Aussiedler in die „neue Welt“ bringt. Der Frisör hat ein Ohr für die Sorgen und Nöte der Passagiere der ersten Klasse, aber auch für die Sorgen der Passagiere in der zweiten Klasse. Nebenher wird sein eigener recht skurriler Werdegang erzählt. Keine Weltliteratur, aber ein nettes Buch, das einem viele Schmunzler und einige Lacher einbringt. Und vielleicht sogar ein paar Tränen der Rührung.“

(U. Nellen)

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Ein spannendes Buch mit skurrilen Begegnungen und ungewissem Ausgang. Hat mir seeeehr gut gefallen, gegen Langeweile in ruhigen Stunden.“

(Norbert Habibti>)

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„Langweilig, langweilig, langweilig, noch langweiliger, wieder langweilig, nochmals langweilig, langweilig, langweilig, noch immer langweilig, und wieder langweilig und und langweilig, keine Lust mehr und Tschüss. Bis bald.“

(Ernst Dräger)

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„Das Buch  hebt sich von anderen ab, geeignet auch für Personen, die nur wenig Zeit zum Lesen haben. Die Geschichte ist sehr unterhaltsam und spannend erzählt. Zu keinem Zeitpunkt kommt Langeweile auf. Humorvoll, manchmal zum Nachdenken anregend. Einfach gut.“

(Dieter Löhrer)

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„Selten ein Buch so voller Leichtigkeit und menschlichen Geschichten genossen. Originell und spannend zugleich. Und das Ende herrlich überraschend. Danke!“

(Chariam)

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Was für ein wunderbares Buch! Ich war auf der Suche nach einem „etwas anderen“ Buch, weil mir die ewig gleichen Thriller mit den ewig gleichen Verstrickungen auch mal zum Hals raushingen. Und der Schiffsfrisör war ein Volltreffer. Die Grundidee ist schnell umrissen:
In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts macht ein Schiffsfrisör seine letzte Überfahrt nach Amerika und dabei denkt er zurück an die vielen Ereignisse, die ihm in den vergangenen Jahren auf hoher See so passiert sind. Mal waren sie amüsant, mal skurril, mal geheimnisvoll oder auch traurig. Letztlich ist das ganze Buch also eine Ansammlung an Kurzgeschichten, die zwar getrennt voneinander bestehen können, aber trotzdem irgendwie miteinander verknüpft sind.Ich hatte keine Sekunde Langeweile, sondern freute mich am Ende einer Geschichte immer schon auf die nächste. Das nennt man Lesespaß!“(Freund guter Geschichten)

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„Gleich vorweg: Das Buch ist nicht darauf angelegt, eine durchgängige, hochspannende Handlung mit Knaller-Ende zu präsentieren. Man kann Seiten überblättern, ohne dass man etwas aus der Gesamthandlung vermissen würde. Aber ein solches Buch lebt eben durch seine elegante Schreibe und die originellen Einfälle. Es ist im besten Sinne Belletristik. Nicht selten gleiten die geschilderten Erlebnisse der Passagiere des Schiffes auch ins unglaubliche oder gar fantastische ab und scheinen mit einem Augenzwinkern erzählt zu werden – mir hat das gut gefallen. Ich muss zugeben: Dadurch, dass die Episoden eher kurz sind, wuchs mir keiner der Passagiere tatsächlich ans Herz, und selbst der Schiffsfrisör bliebt mir ein wenig distanziert. Was er (bzw. der Autor) jedoch über das Frisörhandwerk und die einem Laien gar nicht so bewussten Hintergründe zum Thema Haar und Kopf zu berichten weiß, ist fulminant. Manchmal glaubte ich, der Autor selbst sei wohl in seinem früheren Leben dieser Kunst mächtig gewesen.

Fazit: Ein solches Thema, verwoben in schrägen Geschichten, gab es so wohl noch nie, und die schöne Schreibe des Autors machen Freude, sie zu er-lesen.“

(Pfoto)

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„Diese Revue skurriler Geschichten fand ich während der ersten beiden Kapitel so „na ja, ganz nett“, aber im weiteren Lesen entwickelte sich das Buch zu einem wunderbar schnurrigen, poetischen Vergnügen. So unaufdringlich. ohne Oberlehrers Zeigefinger in den literarischen Hintergrund des Autors eingebettet, in solch gediegener Sprache und doch so luftig leicht auch in gefühligen Passagen! Und diese Liebesgeschichten – woher nimmt der Mann seine Ideen? Ein Lektüre-Highlight jedenfalls!“

(Ule)

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„Dieser Roman führt uns in eine Welt, über die sich die wenigsten Gedanken machen: Wie kommt man dazu, Schiffsfrisör zu werden? Was erlebt man in der Dienstleistungsbranche auf einem Schiff, und dazu nicht auf den modernen heutigen Schiffen, sondern vor 100 Jahren auf Segelschiffen?
Das Buch ist toll geschrieben und hat mir das Herz erwärmt, es ist Abenteuer und nicht nur reißerische Effekthascherei, die heute in vielen Büchern als unabdingbar angesehen wird.
Ein Buch zum Feierabend oder Urlaub zum Entspannen und träumen.“

(uli)

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„Absolut empfehlenswert! Die Sammlung der z. T. recht skurrilen Geschichten ist sehr unterhaltsam. Besonders schön finde ich, dass das nicht nur eine bloße Aneinanderreihung fremder Lebensgeschichten ist, sondern immer wieder auch eine Geschichte aus dem Leben des Frisörs selbst dabei ist. Er ist nämlich genauso interessant wie seine Kundschaft! Die Reise hätte meinetwegen gern noch etwas länger dauern dürfen…“

(BW)

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„Eine äußerst witzige, unterhaltsame Geschichte, und dazu nicht ohne Spannung. Es fällt schwer, das Buch zuzuschlagen, und es ist schade, dass es keine Fortsetzung gibt. Aber: Die letzte Reise ist nun mal die Letzte Reise! Köstliche Freizeitlektüre, und zudem in gepflegtem Deutsch. Herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Wurf.“

(Vandi)

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„Faszinierend die Phantasie des Autors,  der aus zunächst harmlosen Ereignissen sich in die skurrilsten Entwicklungen und Entwicklungen hineinsteigert. Spannend und skurril von Anfang bis zum Ende.“

(Heinz-Jürgen Herzlieb)

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„Hätte ich nicht gedacht, aber ein tolles Buch. In kürzester Zeit durchgelesen. Hat richtig Kurzweil gemacht. Würde ich jedem empfehlen.“

(LosUlmos)

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„Hat mir gut gefallen, eine schöne Reise in die Vergangenheit. Unterhaltsam geschrieben und auch sehr interessant. Eine sehr schöne Urlaubslektüre. Würde gerne mehr davon lesen.“

(Ella Flettner)

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„Dieses Buch ist spannend zum lesen und interessant bis zum Schluss! Ich war wirklich in diese Zeit der großen Segelschiffe versetzt, danke dem Autor für diese spannende Geschichte.“

(osi)

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„Eine interessante, kurzweilige und ungewöhnliche Geschichte eines jungen Mannes, den das Schicksal zum Frisör werden lässt. Nie hätte ich geglaubt, ein solches Buch nach Beginn des Lesens nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Tolle Unterhaltung.“

(Christian Braun)

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„Hat mir sehr gut gefallen, witzig, charmant und oft zum Schreien komisch. Die grundlegenden menschlichen Verhaltensweisen haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verändert, das fand ich sympathisch.“

(Mammamia)

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„Wer schon den Hundertjährigen mochte, wird Skrik lieben! Die Geschichten sind liebevoll skurril – und man wünschte sich am Ende des Buches noch tausend Seiten mehr. Großes Kopfkino.“

(A. B.)

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„Geschichte des kleinen Jungen, der dem Scherenschleifer verkauft wurde, da das Geld nicht mehr für das Überleben der Familie reichte. Die Erzählung wandert immer wieder mal hin und her zwischen der Zeit vor dem Job als Schiffsfrisör dem Leben davor. Unterhaltsame Charaktere laden immer mal wieder zum Schmunzeln ein. Die Überfahrt findet auf einem riesigen Segelschiff statt, das natürlich Monate braucht, um endlich in NY anzukommen. Viel Zeit für viele lustig erzählte Begebenheiten.“

(C. Lahmann)

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„Humor vom Feinsten und eine herrliche, skurrile Lebensgeschichte, die von Anfang bis Ende fesselt und einem schmunzeln und auch mal laut lachen lässt. Herrlich!“

(Birgit Völker)

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„Wunderbares Buch, sehr schöne und nachdenkliche Geschichten. Habe es kaum aus der Hand legen können. Weiter so, Karsten Flohr … :-)“

(Hoschy)

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„Eine ungewöhnliche Geschichte, (eine Ansammlung von mehreren Geschichten genauer gesagt), die um den charmanten Schiffsfriseur Sigismund Skrik gegen das Ende des 19. Jahrhunderts handeln. Die lustigen und traurigen Momente aus dem Leben der Charaktere machen das Buch so einzigartig. Es liest sich sehr leicht und hinterlässt ein schönes Gefühl!
Kompliment an den Autor – das Buch ist sehr eloquent geschrieben, man liest die Lebensweisheit zwischen den Zeilen. Von mir eine ganz klare Weiterempfehlung.“

(Graham)

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„Sehr schön geschrieben. Auch die Kapitel in selbst stehenden Geschichten störten nicht, machten es eher interessant für mich. Schön, wenn man nur kurz Zeit hatte, es zu lesen. Am Ende schließt sich der Kreis, und alle Geschichten kommen “zusammen“ in Amerika an.“

(Tempres)

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„Ein wirklich unterhaltsamer und gewitzter Roman. Die fantasievollen Geschichten erinnern mich vom Schreibstil und den Wendungen ein wenig an das Buch „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“.“

(André Johst)

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„Durchdacht und macht Lust auf jede neue Seite. Macht einfach Spaß – auch wenn man keine Frisöse ist. Danke!“

(Claudia)

„A trio of monkeys, dying cuttings from a vineyard, a circus strong woman, anarchy-mindedpugilists, a concert pianist, an author promoting the theory that Native Americans are the Lost Tribe of Israel. How can those, and many more, be woven into one brief novel? The author makes it look easy. Sigismund Skrik is the epitome of an unreliable narrator and listening to him tell tales is fun. Skrik is an exceptionally talented hair dresser. Just ask him and he will tell you. As his fingers masterfully massage their scalps, relaxed customers pour out their deepest secrets and worries.Employed by a sailing ship taking European immigrants to America in 1859, Skrik relates the tales of his customers, interspersed with his own history. When problems arise on board, Skrik cleverly devises resolutions or at least lends a sympathetic ear.

I enjoyed being along on the unusual voyage–until the end, which was rather anti-climactic. The passengers disembark on foot or on the back of a camel to embrace their new lives in America. Skrik should have bowed out at that point,but we follow him as he enters a more prosaic life and, many pages later, sort of fades away. He deserved a more fitting and dramatic departure.“

(Ann Elliott)

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„I wasn’t sure what to expect – quite honestly I’ve gotten behind in my reading and I couldn’t remember why I purchased this book – so it was a lovely surprise to tumble into theenchanting and oddly bizarre world of Sigismund Skrik. This is a collection of stories strung together by the device of having a ship’s hairdresser at the center of it all. Sometimes he listens, sometimes he recollects, and sometimes he is the hero of the story – but at all times you are enthralled and can’t wait to hear how each story ends. I found the entire thing a delight and was sad to have it end.“

(Rachel M. Weaver)

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„Totally different, extremely interesting, and hilariously funny. A master hairdresser who comes by it naturally and enhances his skills by gathering long blades of grasses and styles them for display. A variety of interesting characters, to boot.“

(Pete Van Doren)

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„Very entertaining. It was a short book, but it was filled with tidbits of stories in the form of gossip from a successful cruise hairdresser. I enjoyed it very much.“

(Silvia Medina)

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„It was a surprise for me. Never read anything quite like it. Enjoyable and out of left field. Just a number of unrelated stories about unusual people and what they got up to. Light and fluffy. A fun read.“

(John 2 Hill)

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„I found this story of a barber very interesting. It was unusual to find a story with no violence, no bad language and still find it very readable.“

(Doris Spencer)

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„Loved it, quirky little story, but held my attention the entire book!“

(Laurie Davenport)

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„I loved this little book. It made me laugh over and over.“

(Billie Jo)

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„Loved this fast paced book describing a time in history that has disappeared.“

(Sergio Barros)

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„Sometimes you just want reading to be fun – and this was delightfully whimsical and lifts your spirits.“

(Richda D. McNutt)

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„The book moved steadily and I wanted to keep reading. Each chapter concerned another passenger Skrik met on his cross-Atlantic travels. The stories told of life in the mid to late 1800’s, which I found interesting. (This is the time frame when my Scottish ancestors came to America.). Each of the passengers Skrik tells of was going to America for a different reason. It was a quick but interesting read.“

(Sally T.)

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„This is a book filled with stories you would not plan to read – ever. But I enjoyed the world of imagination spun together about Skrig and those he connect with throughout the book. For those who cannot laugh or imagine quirky thing, I say 1. So sorry and 2. Curl up with something else. For me, Skrik can tell me tales of his bizarre life anytime he styles my hair!“

(D. Meyer)

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„When I read the summary for this book, I was not quite sure what to expect. What I read was a different kind of story that was well written and interesting, Well done!“

(Sue Bisesi Murphy)

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„A light and breezy, quirky highly entertaining look at the gilded age from a shipboard point of view.“

(Bill Coonan)

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„Fun fun fun! Whimsical through and through.“

(Ellen Halloran)

zeiten der hoffnung

„Das von Karsten Flohr beschriebene Szenario ist beklemmend, nicht nur die Naivität, mit der die Stimmung angeheizt wurde, sondern das rücksichtslose und feindlich gesinnte Antreiben von Emotionen ­– wie immer in Kriegen oder deren Vorbereitung herrscht das Denken vor, wir sind im Recht, ihr nicht. Wie man das so skizziert, entstehen auch die heutigen Konflikte alle noch nach dem gleichen Muster: Wir sind ja die besseren Menschen. Verachtung für Andersdenkende ist den Kriegstreibern immer ein Antrieb.Auf das Buch bezogen prallen hier die Sichtweisen der Franzosen mit denen der Deutschen aufeinander – genauso natürlich umgekehrt. Der Autor erzählt das alles am Beispiel einer einfühlsamen Liebesgeschichte, die die Hoffnung, es könnte alles anders kommen, ertastet.“

(Thomas Hocke)

 

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„Die Figur, die mich am meisten interessiert und gefesselt hat, ist Wilhelms Schwester Elisabeth, die sich gegen die starren Konventionen auflehnt und gerne einmal die Gesellschaft schockiert. Vor Risiken schreckt sie nicht zurück und hilft auch einer Hausangestellten, die schwanger geworden ist. Ob das geschilderte Szenario des Umgangs mit dem Baby realistisch ist, kann ich nicht beurteilen, ich empfand es als ein wenig unglaubwürdig.Recht unsympathisch Wilhelms Vater, irgendwie blass bleibt größtenteils seine Mutter, obwohl die Rolle der in Deutschland lebenden Französin sicherlich mehr Potenzial gehabt hätte. Erst am Ende gewinnt sie an Format, obwohl ich es merkwürdig fand, dass sie ihre Kinder (es gibt noch jüngere Geschwister Wilhelms) während des Krieges so lange auf sich gestellt zurücklässt, weil ihr das Landgut der Eltern offenbar wichtiger ist.

Die meisten Figuren entwickeln sich im Verlauf der Handlung positiv, bekommen mehr Substanz, je mehr ihnen durch den Aufbruch der Konventionen gelingt, sich in Richtung ihrer wirklichen Interessen zu bewegen. Gut dargestellt ist auch der „ganz normale“, damals alltägliche Rassismus, hier bleibt dem Leser stellenweise die schier die Luft weg, interessant die Einblicke in die Frauenbewegung.

Für den leicht irreführenden Klappentext wird der Autor nichts können, ich fand die Familiengeschichte mit Wilhelm als wichtigstem Protagonisten angenehm zu lesen, teilweise war sie richtig spannend. An einigen Stellen hätte es Potenzial für tiefergehende Darstellungen gegeben, die leider nicht genutzt wurden, die Liebesgeschichte hat mich nicht wirklich überzeugt.

Ein lesenswertes Buch mit kleineren Mängeln, das dennoch einige schöne Lesestunden garantiert.“

(Daniela Dreuth)

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„Ein Geschichtsroman über den 1. Weltkrieg, die deutsche Gesellschaft zu der Zeit, ihre Sitten und Gebräuche, ihren Verhaltenskodex, aber auch über die ersten Umbrüche wie z.B. den Kampf der Frauen für mehr Rechte. Zur Mitte des Buches konzentriert sich der Autor dann auf die Scharmützel und Gefechte des Krieges, Wilhelm als junger Soldat natürlich mittendrin. Mit seinen Augen erleben wir die Abartigkeit, das Grauen des Krieges, Glück und Pech, welche über das Überleben und den Tod dentschieden haben. An dieser Stelle hat mich das Buch auch zum ersten Mal richtig packen können. Was waren die jungen Männer doch am Anfang noch „heiß“ auf den Krieg: Den „Franzmännern“ wollte man zeigen, wo sie hingehören, völlig überzeugt war man von einem schnellen Triumph Deutschlands. Und dann diese Katastrophe … Ein zermürbender Krieg, Heckenschützen, Hinrichtungen, die gähnende Langeweile in den Schützengräben, Schießen, Weitervorrücken, im eiskalten Schlamm hocken und warten … Der Autor schafft es in diesem Teil des Buches sehr gut, die Absurdität des Krieges sowie die Desillusionierung der Soldaten greifbar zu machen. Auch die deutsche Besatzung von Elsass-Lothringen wird thematisiert, so dass ich zu diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte noch einiges lernen konnte.

Sprache und Schreibstil des Autors sind gelungen, es finden sich keine unnötigen Wiederholungen, die Geschichte schreitet stetig voran. Was mich manchmal etwas verwirrt hat, sind die Zeitsprünge. Bisweilen lässt der Autor Figuren etwas aus ihrer kürzlich erlebten Vergangenheit berichten, und ich musste mich erstmal sortieren. Auch ist nicht immer klar, wieviel Zeit zwischen einzelnen Kapiteln verstrichen ist. Zudem kam es mir manchmal so vor, als würden die Figuren in unserer modernen Zeit handeln und sprechen, der Abstand zur heutigen Gegenwart ist mir sprachlich nicht immer deutlich geworden.

Fazit: In der Darstellung der Kriegswirren ist das Buch wirklich gelungen, wer in die Zeit des Ersten Weltkriegs und die spätwilhelminische Epoche eintauchen möchte, dem kann ich das Buch mit seinen etwa 350 Seiten guten Gewissens empfehlen.“

(Kornmuhme)

 

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„Flohr versteht es ganz beeindruckend, Lokalkolorit und den Geist der damaligen Zeit einzufangen. Das Kaiserreich, Militarismus und starres Preußentum auf der einen Seite werden in geradezu fontanescher Manier beschrieben; auf der anderen Seite zeigt sich in Berlin aber eben auch die Epoche der Neuen Sachlichkeit, und die Frauen kämpfen um ihre Rechte auf Ausübung eines Berufes, studieren zu dürfen, das Wahlrecht, mehr Körperlichkeit. Und auch die Grausamkeiten und die Sinnlosigkeit des Krieges werden erschütternd dargestellt. Alles in allem ein gelungener Roman über eine Liebe, die sich in extremen Zeiten bewähren muss.“

(Martina Hamacher)

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„Die Liebesgeschichte ist zwar schön und schmückend, aber nicht der tragende Teil des Romans, der ist wesentlich vielschichtiger. So begeben wir uns erst mal nach Togo/Afrika, erleben dort Deutschland als „kolonialer Beschützer“, lernen Aiauschi, den schwarzen Sekretär und Lebensretter, kennen. Das fand ich so interessant, dass ich nicht böse gewesen wäre, wenn Karsten Flohr seine Geschichte dort angesiedelt hätte. Doch es folgt neben Berlin das Elsaß, Frankreich, Belgien und schließlich das Greuel des Ersten Weltkriegs. Man lernt die verschiedenen Lager kennen, aber auch Freundschaft, Kameradschaft in der Zeit des unsinnigen Krieges.Während jeder der Familie seinen Platz finden muss, sind auch die „Nebensächlichkeiten“ sehr informativ, z.B. die Stellung der Frau in dieser Zeit. Wilhelms Schwester Elisabeth sorgt dabei für manchen Wirbel und bringt ihren konservativen Vater häufig zur Weißglut. Die Frau der guten Gesellschaft trägt nun mal keine Hosen. Und selbst der Kaiser sagt, dass die Verantwortung im männlichen und weiblichen Bereich bleiben soll. Aus heutiger Sicht höchst amüsant.

„Zeiten der Hoffnung“ ist ein wundervoll lebhafter und anschaulich erzählter Roman mit den verschiedensten Charakteren an diversen Schauplätzen. Ich hoffe, bei diesem ersten Roman von Karsten Flohr wird es nicht bleiben. Vielleicht spielt der neue Roman dann in Togo, wovon ich zu gerne mehr gelesen hätte.“

(Wirbelwind)

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„Bevor ich das Buch zu lesen begann, dachte ich, es handelt sich hauptsächlich um eine Liebesgeschichte: ein Liebespaar, welches gegen die gesellschaftlichen Erwartungen ankämpft. Sicher geht es im Buch auch um diese Liebesgeschichte, aber sie drängt sich nicht in den Vordergrund. Es dreht sich vielmehr um den Krieg und seine Folgen, falsche Entscheidungen, gesellschaftlichen und politischen Umbruch und letztendlich ganz viele „kleine“ Schicksale. Die Charaktere sind allesamt glaubwürdig und überzeugend. Der Autor hat einen beeindruckenden Schreibstil. Viele der Szenen konnte ich mir sehr gut vorstellen. Sie liefen wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Beispielsweise als Wilhelm aus dem unterirdischen Bunker heraustritt und ein Bild der Verwüstung vorfindet. In solch einem Moment stockt einem wirklich der Atem.Der Patriotismus der Franzosen kam sehr gut rüber und hat mich wirklich beeindruckt. Ebenso vortrefflich beschreibt der Autor den Hochmut der Deutschen. Sich einzubilden, man wäre etwas Besseres und über alle anderen erhaben zu sein, ja, das war wirklich glaubhaft.

Fazit: Ich gebe zu, dass der Klappentext des Buches zum Teil falsche Erwartungen schürt, allerdings hat mich das überhaupt nicht gestört, denn meiner Ansicht nach hat das Buch viel mehr Substanz.

(barbwire)

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„Der Roman ist im Klappentext angekündigt als Liebesroman, was mich anfangs eher zögern ließ, das Buch zu lesen. Ich habe mich aber trotzdem dazu entschlossen und war sehr positiv überrascht, dass die Liebesgeschichte zwischen Adèle und Wilhelm zwar immer im Hintergrund präsent ist, aber doch insgesamt eine untergeordnete Rolle spielt.Mir hat dieses Debüt von Karsten Flohr im Verlaufe des Buches immer besser gefallen. Es zeigt, wie eine Familie aus altem deutschen Adel die Wirren des 1. Weltkriegs erlebt. Ich habe eine mir neue und interessante Sichtweise auf den Ausbruch des 1. Weltkriegs erfahren. Da ich nicht ein besonderer Fan von Liebesromanen bin, war ich eher erleichtert, dass die Liebesgeschichte zwischen Adèle und Wilhelm eher nebensächlich ist.

Ich empfehle das Buch Lesern, die interessiert sind in Familienromanen vor historischem Hintergrund. Wer einen gefühlvollen Liebesroman erwartet, wird vermutlich etwas enttäuscht werden.“

(Blizzardius)

 

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„Der Roman erzählt eine Liebesgeschichte vor und während des ersten Weltkriegs aus verschiedenen Perspektiven. Der Sohn einer gutbürgerlichen, kaiserstreuen Berliner Familie soll mit einer ebenso gesittten Frau vermählt werden. Sein Herz schlägt allerdings für seine Jugendliebe Adele aus Frankreich. Er kennt sie vom Weingut seiner Mutter, welche franzöischen Ursprungs ist. Im Laufe des Buchs spitzt sich die politische Lage in Europa immer weiter zu. Der Vater, Richard von Schwemer, ist als Deutscher in der Kolonie Togo tätig, die Mutter reist bald nach Frankreich, die Schwester verbleibt in Berlin, und Wilhelm muss in den Krieg ziehen. So ergeben sich vier verschiedene Perspektiven über das gesamte Buch, mit verschiedenen Charakteren und Wandlungen.Das Buch ist nie kitschig, auch wenn das Cover es vermuten lässt. Ganz im Gegenteil, das Buch ist sogar sehr politisch und historisch: Die Geschehnisse in Deutschland und den Kolonien werden sehr überzeugend und einigermaßen originalgetreu geschildert, alles ist durchweg nachvollziehbar. Die damalige Gesellschaft wird sehr gut porträtiert. Die Kriegsschilderungen und Nebengeschichten, welche sich im Laufe der Zeit entwickeln, sind erschütternd und sprechen den Leser emotional stark an. Das Buch ist also kein klassischer Kitschroman, wie man es vielleicht auf den ersten Blick vermuten würde, eher ein Roman über die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse in Europa vor und während des ersten Weltkriegs. Nebenbei entwickelt sich aber auch der Handlungsstrang einer Liebesgeschichte, die aber nie stark im Vordergrund steht, sondern nur manchmal Motivation für bestimmte Wandlungen ist.

Insgesamt ein sehr gut lesbares, spannendes, bewegendes, mitreißendes und tolles Buch. Sehr zu empfehlen!“

(Leela)

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„Ein sehr ergreifender Roman inmitten des Ersten Weltkrieges. Ein Roman, der von Liebe und Hoffnung erzählt, der aber auch die Greueltaten des Krieges nicht auslässt.
Die Kaiserzeit hat mich bis zu diesem Roman nicht weiter interessiert. Dabei ist diese in ‚Zeiten der Hoffnung‘ äußerst spannend und auch informativ beschrieben. Die Zeit der ersten Autos. Der Beginn der Frauenbewegung. Die ersten wenigen Frauen in Hosen! Skandal! Andersfarbige Menschen, von den Kolonialherren als Souvenirs mitgebracht, die in Vergnügungsparks ganz normal begafft werden wie Tiere in einem Zoo. Noch gar nicht so lange her und doch eine völlig andere Welt. ‚Zeiten der Hoffnung‘  ein Roman, an den ich noch lange denken werde. Wunderbar geschrieben, sehr eindringlich und bildhaft. Unbedingt lesenswert!“

(Monika Schulte)

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Ein schön ausgearbeiteter Familienroman, der die damaligen Verhältnisse, Regeln und Maßstäbe deutlich in Szene setzt. Die nur im Hintergrund stattfindende Liebesgeschichte hätte man deutlich besser ausarbeiten können. Der Roman bietet schließlich die perfekten Grundlagen dafür.“

(Lauscher)

 

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„Ich bin wirklich keine Leseratte  Allerdings habe ich dieses Buch geschenkt bekommen und habe mich dann dabei erwischt, wie ich nicht mehr los davon kam! Muss sagen, ist sehr beeindruckend und wunderbar geschrieben! Kann es nur empfehlen!“

(Philip Reuter)

 

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„Mir hat dieses Debüt von Karsten Flohr im Verlaufe des Buches immer besser gefallen. Es zeigt, wie eine Familie aus altem deutschem Adel die Wirren des 1. Weltkriegs erlebt. Ich habe eine mir neue und interessante Sichtweise auf den Ausbruch des 1. Weltkriegs erfahren. Da ich nicht ein besonderer Fan von Liebesromanen bin, war ich eher erleichtert, dass die Liebesgeschichte zwischen Adèle und Wilhelm eher nebensächlich ist.
Ich empfehle das Buch Lesern, die interessiert sind in Familienromanen vor historischem Hintergrund. Wer einen gefühlvollen Liebesroman erwartet, wird vermutlich etwas enttäuscht werden.“

(Allegra)

Leah

„Bernhard Blum besucht regelmäßig seinen Großvater. Sie trinken Rotwein, rauchen Zigarre, unterhalten sich. Bei einem dieser Treffen packt Großvater Johannes sein altes Tagebuch aus und erzählt Bernhard die Geschichte seiner großen Liebe. Bereits im Kindesalter verliebt Johannes sich in die reiche Jüdin Leah. Obwohl Johannes aus ärmlichen Verhältnissen stammt, ist dies nie Thema. Johannes ist im Hause Liebling stets willkommen. Aus der kindlichen Freundschaft wächst eine starke Liebe. Für alle ist klar, dass Leah und Johannes eines Tages heiraten werden. Doch dann kommt der Krieg und zerstört alles.
Karsten Flohrs Roman „Leah – Eine Liebe in Hamburg“ ist in Tagebuchform geschrieben. Nach einigen Tagebucheinträgen diskutieren Bernhard und sein Großvater die damaligen Geschehnisse.
Schnörkellos und manchmal fast gefühllos beschreibt Johannes seinen Alltag. Wahrscheinlich konnte man nur so die grausame Zeit überstehen. Seine Familie und auch Johannes selbst wagen es, Kritik an Hitlers Politik zu üben. Das kommt sie schwer zu stehen. Trotzdem kämpft Johannes gegen die Willkür, die Leahs jüdischer Familie das Leben zur Hölle macht. Er resigniert nicht, lehnt sich auf. Mir hat dieser kurze Roman ausgesprochen gut gefallen. Karsten Flohr beschreibt, wie alles begann, von kleinen Schikanen gegenüber den Juden, bis hin zur Enteignung und Deportation. Alles verlief so fließend, dass es wie selbstverständlich wirkt.
Sehr dazu passend waren die Abschnitte aus der heutigen Zeit. Bernhard konnte kritisch hinterfragen, sein Großvater klärte ihn auf. Ich wünsche mir, dass dieses Buch von vielen jungen Menschen gelesen wird. Es ist unterhaltsam, bringt aber auch zum Nachdenken.“ 

(ikopiko)

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„Die Geschichte um Leah und Johannes liegt mir trotz der eher geringen Seitenanzahl von rund 200 und der Tatsache, dass der Klappentext bereits alles verrät, besonders am Herzen. Das Buch ist größtenteils in Tagebuchform geschrieben, wobei der Protagonist als Kind durch seinen Großvater zu Schreiben beginnt. Über die ganze Zeit hinweg spielt die Freundschaft zur gleichaltrigen Leah eine ganz besondere Rolle, sodass die beiden später in ihrer Jugend sang- und klanglos ein Paar werden – als wäre es ihnen schon immer klar gewesen, ihr Leben zusammen zu verbringen. Neben den Tagebucheinträgen springt die Story manchmal in Romanform, in der Johannes’ Enkel die Tagebücher findet und mit seinem Großvater über die Geschehnisse spricht.

In den späten 30er Jahren begann Johannes plötzlich, auch über die politischen Ereignisse in Deutschland zu schreiben. Hitler ist an der Macht, und die Situation für jüdische Bürger wird immer bedrohlicher. Leahs Familie hat zunächst Glück, da die Mutter arisch ist – doch sie ist schwer krank, was ein Auswandern unmöglich, und das Leben der Familie von ihrem Überleben abhängig macht. Man kann sich vorstellen, was unausweichlich geschieht.

So tief berührt haben mich diese Tagebucheinträge deshalb, weil sie nicht gekonnt in Szene gesetzt werden. Johannes schreibt einfach, was ihm durch den Kopf geht, und weiß noch nicht, dass er sich gerade im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte befindet. Doch auch Leah hat mich als Charakter tief berührt. Eine junge jüdische Frau, die sich für ihre Mitmenschen einsetzt, den Zwangsumgesiedelten zur Seite steht, und tut was sie kann – selbst dann noch, als sie selbst längst verloren ist.

Der Klappentext verrät das schmerzhafte Ende der zweisam verbrachten Liebe, doch hat das Buch trotzdem einen Ausgang, der mir wie blühende Rosen auf einem verwitterten Gedenkstein erschien. Somit kann ich diese Geschichte nur jedem ans Herz legen, der sich für das Thema interessiert. Eine zutiefst berührende Geschichte.“

(Tialda)

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„Die Tagebucheinträge nehmen einen großen Teil des Romans ein und werden umrahmt von der Geschichte der Gegenwart, wo Bernhard Bluhm jeden Freitag seinen Großvater Johannes besucht und dieser eines Tages beginnt, ihm die alten Tagebücher zu zeigen und von seiner großen Liebe zu erzählen. Je mehr Bernhard über die Vergangenheit seines Großvaters erfährt, umso stärker ist er berührt davon, gefangen in dieser schrecklichen und zugleich schönen Geschichte.

Johannes Tagebuch ist sehr realistisch und glaubwürdig geschrieben. Er und Leah sind ein ganz besonderes, sehr sympathisches Paar. Sie verbringen so viel Zeit wie irgend möglich zusammen und lassen sich selbst von den Maßnahmen und Sanktionen des Regimes nicht schrecken, auch wenn Leah im Lauf der Zeit fast alles verliert, was ihr am Herzen lag. Sie ist ein liebenswerter und zugleich starker Charakter und passt somit perfekt zu ihrem Johannes. Bis zuletzt arbeitet sie in der Fürsorge und betreut die Menschen, denen es noch schlechter ergeht als ihr selbst. Das Ende dieser innigen Beziehung ist abzusehen, und trotzdem oder vielleicht gerade deswegen ist es so unwahrscheinlich berührend.

Das Besondere an diesem Roman ist, dass er beginnt, als noch Normalität im Land herrschte und dass er die damalige Entwicklung im Lauf der Jahre mitverfolgt, als der Wahnsinn dieser Zeit immer mehr Raum des Alltags einnahm, und als sich die politische Ideologie der Nationalsozialisten schleichend immer weiter ausbreitete, wie ein giftiges Gespinst.
Die Schrecken des Krieges bleiben Kulisse, aber umso verstörender ist es, zu erfahren, wie es den Juden damals im täglichen Leben erging. Für uns heute, die wir in einem freien Land leben und selbst entscheiden können, wo wir in der Gesellschaft stehen, ist es nur schwer zu verstehen, wie sehr sich damals der Staat in alles mögliche hinein drängte und wie stark er die Menschen beeinflusste, denn auch wenn die Protagonisten fiktiv sind, so ist alles andere nicht erfunden, sondern leider nur allzu real. Das Ende des Romans wiederum ist überraschend, versöhnlich und sehr berührend.

Ich kann den Roman von Herzen empfehlen, denn auf seine Art ist dieses kleine Buch, das nur ca. 220 Seiten dick ist, ein wichtiges Zeitzeugnis deutscher Vergangenheit und eine Ermahnung gegen das Vergessen.“

(Susanne L.)

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„Karsten Flohrs Roman „Leah – eine Liebe in Hamburg“ erzählt Geschichten aus dem Grindelviertel in der Zeit der Judenverfolgung. Wie muss das damals hier gewesen sein? Was hat sich in den Straßen des Grindelviertels täglich ereignet? Karsten Flohr, der als Student in der Bornstraße 22 wohnte, hat sich diese Fragen immer wieder gestellt. Irgendwann entstanden im Kopf des Hamburger Autors bei seinen Spaziergängen durch die Straßen Bilder von damals. Und nun wurde daraus eine Geschichte.

„Leah – eine Liebe in Hamburg“ ist eine ergreifende Erzählung über die Zeit, als die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht an sich rissen. Als sie die Juden erst aus ihren Wohnungen vertrieben, sie dann im Grindelviertel in den sogenannten Judenhäusern unterbrachten und schließlich von der Moorweide mit Lastwagen zum Hannoverschen Bahnhof brachten. Von hier wurden die Menschen mit Zügen in die Konzentrationslager nach Osten gefahren und dort umgebracht.

Im Sommer vor 70 Jahren erfolgte der erste Transport von Hamburg nach Auschwitz. Im Juli 1942 wurden 300 Hamburger Juden in das Konzentrationslager deportiert. Im Herbst des Vorjahres waren bereits mehr als 3000 Juden aus Hamburg nach Lodz, Minsk und Riga transportiert worden, wo sie fast alle den Tod fanden. Karsten Flohr ist der Frage nachgegangen, wie es dazu kommen konnte, dass die Menschen wussten, „da ist etwas nicht in Ordnung, sich dann aber nicht weiter darum gekümmert haben“.

Karsten Flohr hat ein interessantes Stilmittel für seine Erzählung gewählt – den Wechsel von Tagebuch und Dialog zwischen einem Großvater und seinem Enkel. Und gleichzeitig ist sein Hamburg-Roman eine Mischung aus Fiktion und Fakten. Wilhelm Bluhm, Sohn eines Hafenarbeiters, und seine Jugendliebe Leah Liebling, Tochter eines Reeders aus Blankenese, die im Dezember 1941 eine Tochter bekommen, sind erfundene Figuren. Andere Personen sind, genau wie sämtliche Zahlen und Ereignisse, real. So wie Karl Kaufmann, Gauleiter der NSDAP, und Willibald Falck, Leiter der Sonderdienststelle Zwangsarbeit beim Arbeitsamt. Wie der Oberrabiner Joseph Hirsch Carlebach und Martin Heinrich Corten, ab 1940 Leiter des Israelitischen Krankenhauses. Wie Ida Dehmel, Vorsitzende von Künstlervereinen, die in Blankenese lebte und 1937 Selbstmord beging, und Herbert Michaelis, Kommunist und Jude, der 1937 versuchte, die Rüstungsexporte nach Spanien publik zu machen, und zwei Jahre später wegen Hochverrats hingerichtet wurde.

Eine der ersten Tagebuch-Eintragungen datiert vom 5. Mai 1928. Der Tag, an dem es in Altona bei den Straßenschlachten fünf Tote gab. „Die Braunen und die Roten haben diesmal nicht nur mit Stuhlbeinen aufeinander eingeschlagen, sondern es wurde geschossen.“ Zum ersten Mal, erzählt Wilhelm Bluhm seinem Enkel bei einem Glas Rotwein, zu dem sie sich regelmäßig am Freitagabend treffen.

Am 5. März 1933, dem Tag der Reichstagswahl, griffen die Nazis nach der Macht in Hamburg. „Und von dem Tag an räumten sie auf“, lässt Karsten Flohr seinen Protagonisten Wilhelm Bluhm sagen. Altonas „Bürgermeister Max Brauer stand ganz oben auf ihrer Liste. Er ist untergetaucht.“ Flohr schildert den schleichenden Prozess des um sich greifenden Rassismus und der Vertreibung anhand von alltäglichen Szenen einer Liebe zwischen zwei jungen Menschen, die sich den braunen Verbrechern widersetzt. Sonntag, 26. Januar 1936. Leah und Wilhelm sind 14 Jahre alt. „Wir haben uns angefasst, als wir am Wasser entlanggegangen sind. Wir haben unsere Handschuhe ausgezogen, damit wir uns fühlen konnten. Als wir uns auf unsere Lieblingsbank am Schiffsanleger an der Elbe setzen wollten, war da ein neues Schild an der Lehne, auf dem stand, dass Juden hier ab sofort nicht sitzen dürfen. ‚Aber du bist ja bei mir, außerdem bin ich nur Halbjüdin‘, sagte Leah und setzte sich. ‚Auf diese Weise sitzt hier nur ein Viertel von einem Juden.‘ Ich habe mich dazu gesetzt und gesagt: ‚Außerdem weiß es keiner. Man sieht es ja nicht.'“

Vorher hatte Leah erzählt, dass wieder neue Mädchen in ihre Klasse gekommen sind. Von verschiedenen Schulen, wo sie als Juden nicht mehr erwünscht sind. „Es war wohl nicht schön für sie in den öffentlichen Schulen.“ Auch Wilhelm erzählt von seinem Lehrer, der eines Tages den kleinen David aus der Stunde schmeißt mit den Worten: „Du bist auch so einer. Ihr habt unser Land auf dem Gewissen. Geh raus, ich will dich heute nicht mehr sehen in meiner Klasse.“ Und später reimt Dr. Göttert vor seinen Schülern: „Mandelbaum und Grünhut sind nicht mehr da – die fahren nach Amerika.“ Dann versichert er: „Bald sind sie alle weg.“ Und anschließend heißt es: „Hefte raus. Jeder schreibt einen Brief an unseren geliebten Führer. Thema: Warum ich mein Leben dem Vaterland widme.“

Lebten 1933 noch rund 17 000 Juden in Hamburg, waren es zehn Jahre später nur noch etwa 1000. Viele sind ins Ausland emigriert, aber es gab auch erfolgreiche Hamburger Kaufleute, wie Leahs Vater Samuel Liebling, die geblieben sind. Weil sie wohl die Augen davor verschlossen, was um sie herum ab 1935 passierte. Als Juden nicht mehr in den öffentlichen Dienst gelassen wurden und nicht mehr wählen durften. Nicht mehr ins Theater und ins Kino konnten. Ab Juli 1937 Kennkarten bei sich tragen mussten, und ein Jahr später das Berufsverbot für jüdische Ärzte und Anwälte folgte. Im August 1938 wurden die Zweitnamen „Israel“ und „Sara“ Pflicht. „Arische“ Frauen wurden aufgefordert, sich von ihren jüdischen Männern zu trennen. Jüdisches Vermögen wurde anmeldepflichtig, sie mussten ihre Immobilien verkaufen. Ab Januar 1939 ist es den Juden verboten, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, im April 1939 wurde die freie Wohnungswahl für Juden aufgehoben, im September 1941 wird der „Judenstern“ Pflicht.“

(Jan Haarmeyer, Hamburger Abendblatt)